Die Völkische „Volkspartei“ – Die AfD zwingt zum klareren Profil

Die AfD sitzt in 10 der 16 Landesparlamenten und damit keine Eintagsfliege mehr, wie viele Politiker aus den bisherigen Parteien behaupten. Doch eine Dämonisierung der AfD führt nicht unbedingt zum Erfolg. Eine Gedankensammlung zur „Völkischen Volkspartei“.

Früher hat man pauschal sagen können, die CDU ist in Großstädten nie stark gewesen, dafür die SPD. Es gab immer Grüne, Freie Demokraten und Linke. Was es selten gab, Parteien rechts der Union. Was es nie gab, Parteien rechts der Union mit einem zweistelligen Ergebnis. Die Alternative für Deutschland hat in den drei Landesparlamenten der Stadtstaaten in Deutschland nun Abgeordnete, in Berlin erstmals sogar mit einem zweistelligen Ergebnis. Gleichzeitig ist die AfD auch in anderen Ländern erfolgreich.

Sie hat es als eine der wenigen Parteien geschafft, Nichtwähler zu mobilisieren. Seit vielen Jahren gibt endlich wieder steigende Wahlbeteiligungen und eine Politisierung innerhalb der Gesellschaft. Damit sind die positiven Punkte des Erfolgs dieses national-konservativen Partei aber auch abgefrühstückt. Denn diese Art der Politisierung der Bevölkerung ist mehr ein Aufwiegeln gegen die Demokratie, gegen ein Miteinander und gegen eine moderne und pluralistische Gesellschaft.

Die AfD wird bleiben, als Partei rechts der Union und das ist, so komisch es klingen mag, gut so. Denn, die AfD zwingt alle anderen demokratischen Parteien (zu denen ich die AfD nicht zähle) dazu, sich klarer zu ihren Werten zu bekennen, sich klarer abzugrenzen aber auch, Kompromisse einzugehen. Die Union wird Wertkonservativer werden, natürlich immer noch als Partei der Arbeitgeber und der Wirtschaft und sie wird ihr Profil schärfen. Die CSU wird erkennen müssen, dass ihre Aufgabe darin liegt, die sozialen Fragen innerhalb der CDU/CSU zu gestalten, ob es langfristig noch zwei Parteien geben wird, die eine „Union“ bilden, wage ich ebenfalls zu bezweifeln.

Die Grünen werden sich stärker als bisher auf die Ökologischen Themen stürzen müssen, ob sie es schaffen dabei auch die unteren Schichten in Deutschland zu erreichen und mitzunehmen, wird wegweisend sein, ob sie eher eine Nachhaltige-Bürgerliche Partei oder eine Partei wird, die auch die sozialen Faktoren im Blick behält.

Die FDP wird sich als neben ihrer Wirtschaftspolitik sehr viel stärker um die Gesellschaftlichen Fragen kümmern müssen. Dies geht nur im Dialog und am Ende wohl nur mit SPD und Grünen, in einer sozial-liberalen-ökologischen Konstellation.

Die Linkspartei wird Ihren Platz finden müssen. Sollte es in Berlin ein R2G Bündnis geben, wird dieses den Pragmatikern der Linken den Rücken stärken und so auch in der Bundestagswahl 2017 ein Rot-Rot-Grünes Bündnis realistisch werden lassen. Inhaltlich muss die Partei sich entscheiden ob sie Ideologie oder Realpolitik will. Eine Partei mit einem größeren Fokus auf soziale Gerechtigkeit sollte auch ihren Platz finden.

Die SPD muss dringend wieder zurück zur Basis und muss dringend neue Köpfe fördern, auch wenn es wehtut. Die SPÖ macht es mit dem neuen Kanzler Kern vor, der unverbraucht und mit klaren und verständlichen Worten die Politik neu gestaltet. Die SPD muss sich mehr um die gesellschaftlichen Themen kümmern. Ja auch Wirtschaftspolitik ist wichtig, aber wenn die Sozialdemokratische Wirtschaftspolitik darin besteht, sich durchgehend für TTIP, CETA, TISA, Waffenexporte etc. etc. rechtfertigen zu müssen, dann sind die Erfolge der Gesellschaftspolitik nicht groß genug. Wenn man es sich trauen würde, auch unkonventionelle Wege zu gehen, auch um Profil zu gewinnen, dann wird es eher nützen als Schaden.
Nehmen wir die „Ehe für alle“, während sich die Unionsparteien zerfleischen, könnte Rot-Rot-Grün ein großes Zeichen setzten und Abseits von Verträgen und Vereinbarungen endlich für Gerechtigkeit sorgen. Ja die CDU-CSU wird toben, ja die werden im Zweifel die Koalition platzen lassen, aber es wäre wichtig und richtig. Es wäre ein Zeichen.

Die AfD wird der Platz derer sein, die tatsächlich keine Multikulturelle Gesellschaft wollen. Die die sich mehr Sicherheit, schärfere Gesetzt und weniger Migranten wünschen. Die gerne im Kalender 60 Jahre zurückblättern. Aber auch diese Menschen müssen durch eine Partei vertreten werden. Da hilft es nicht, zu sagen „Ohh die AfD ist böse, nationalistisch, sexistisch [Hier bitte noch andere -isch oder -phob Wörter einfügen]“. Nein, man wird die AfD dulden müssen. Aber die Parteien müssen sich mit den tatsächlichen Problemen auseinandersetzten, irrtümlicherweise sind dies nicht die Positionen die die AfD von sich gibt.

Die Menschen werden gefragt, was ist das Problem – die Antwort der AfD Wähler ist häufig „Die Flüchtlinge, die unkontrollierte Zuwanderung, das Gefühl der Staat funktioniert nicht mehr“. Aber wenn man die Frage bewusst so stellt, dass die Themen rund um Migration und Flucht ausgeklammert werden, sind die Antworten banaler:
Sinkende Renten, schlechte Arbeit, fehlende Arbeit, Angst vor dem sozialen Abstieg.

Wenn sich die etablierten Parteien also mehr auf Ihre Werte besinnen, die Probleme der Menschen angehen und Lösungsvorschläge erarbeiten und diese auch Umsetzten, wird die AfD nicht verschwinden, aber sie wird kleiner werden. Vielleicht wird sie auch verschwinden, sich im Kampf zwischen Bürgerlichen und Nationalisten zerlegen.
Wer weiß das schon – ein Umdenken braucht es dennoch.

 

Digitale Chancen nutzen:

 

Service Wüste Deutschland? Nicht mit Vodafone!

Liebe Grüße an Vodafone

 

AdBlocker – Ja bitte.

Ja, das vorgehen von AdBlock(+) und Co. sind nicht in Ordnung, einzelne Anzeigen durchlassen, weil man dafür bezahlt wird.
Dennoch – wenn ich solche Anzeigen hier sehe, weiß ich warum ich den AdBlocker immer an habe.

Es gibt gute AdBlock-Nutzer, ich zähle mich selbst einfach kurz zu diesen. Wenn mir eine Seite guten Content liefert und daneben einige Ads platziert, habe ich damit in den seltensten Fällen ein Problem, die Seite kommt auf die White-List und gut ist. Wenn aber eine Seite zu 90% aus Werbeanzeigen besteht, dann wird diese Seite weiterhin durch meinen treuen Freund den AdBlocker geblockt.

Ebenfalls landen viele Seiten auf der White-List, die mich dazu auffordern sie darauf zu setzten (etwa die T3N oder Golem). Dies geschieht nur dann, wenn mir bisher nie eine große Werbeanzeige, mit voller Musik und verstecktem X aufgefallen ist.

Solche Anzeigen, bei denen man kaum weiß wo man hinsehen soll, sorgen bei mir dafür, dass ich solche Seite tendenziell nicht mehr besuche.

Wie macht ihr das?

 

Die richtige Reaktion

Sigmar

SKANDAL – Sigmar Gabriel zeigt Nazis den Stinkefinger…

…. und macht alles richtig.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung stürmen Mitglieder der NSDAP NPD Jugendorganisation HJ JN in Richtung des Vizekanzlers und grölen „Volksverräter“ und greifen damit direkt in die völkische Rethorikkiste.

Sigmar Gabriel, dessen Vater ein überzeugter Nationalsozialist war wird in den Sprechchören gehuldigt. Sein Sohn, der Vizekanzler, sei Schuld an der Vernichtung dieses Landes.
Beim Sturm auf den Minister ist zuerst Verwunderung sichtbar. Nachvollziehbar – eine Gruppe junger Männer mit Deutschland-Masken stürmt auf Ihn zu und hält ein Transparent hoch. Als der Minister merkt, wer denn da grade aufgeschlagen ist, beginnt er zu lachen. Er dreht sich weg und hebt seinen Mittelfinger in die Luft.

Er tut damit etwas, dass viele Menschen in der Politik eigentlich vermissen. Er zeigt Rückgrat. Klar – man hätte auch den Dialog suchen können, mit Menschen die an „Das Volk“, den „Volkstod“ und „Überfremdung“ glauben. Mit Menschen die andere aufgrund von bestimmten Eigenschaften, dass Menschsein absprechen.

Sigmar reagiert aus meiner Sicht vollkommen richtig. Wie würdet Ihr reagieren wenn Nazis eure Eltern zu Helden stilisieren und euch vorwerfen würden – ihr wärt für den Untergang eines Landes verantwortlich. (Nicht wirtschaftlich – sondern auf einer völkischen Grundlage).

Also?

Keep Calm and rise your Mittelfinger for Nazis