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Kindersicherung einer Fritz.Box

Hallo,

Einige User dieses Board´s (Der Artikel erschien zu erst im MyGully Board – 22.11.13, 11:22) suchen ja immer nach Möglichkeiten die Kindersicherung ihrer Fritz.Box zu umgehen . Sei es da Mama und Papa, Mitbewohner oder Irgendwer die Netznutzung zu regulieren versucht.

Ich garantiere nicht das dieser Weg // diese Wege zu 100% funktioniert. Es wird kein „1 Klick Programm“ geben. Das ganze ist nicht schwer aber auch nicht ganz einfach und wird verschiedene Wege für unterschiedliche Systeme und Verbindungstypen.

Als Empfehlung – Lest alles und fangt danach! an Step by Step alles durchzuarbeiten Ich habe mir die Mühe gemacht um das alles zu schreiben und teilweise werden Dinge nicht wiederholt die weiter oben erklärt wurden. Es wird im Laufe der nächsten Tage einige Kommentare geben und der Beitrag wird aktualisiert falls dies nötig ist. Liebe Trolle und rechtschaffene Eltern die Sperren für sinnvoll halten – Hier gibt es kein Futter

Beginnen möchte ich mit der Unterscheidung des Verbindungstyp. Ich differenziere hier nur zwischen LAN (Lokal Area Networks) und W-LAN (Wireless-Lokal Area Networks). Es gibt hier einen wichtigen Unterschied was die Funktionsweise der Kindersicherung betrifft.

1. LAN
Die Funktionsweise der Kindersicherung bei Verbindung via. LAN-Kabel am Router ist einfacher als die via. WLAN. Der Betreiber sperrt hier ganz kurz eure IP Adresse und leitet diese auf die Website blocked.fritzbox.de o.Ä. weiter. Um diese Umleitung zu umgehen reicht es im Grunde 2 Dinge zu verändern. 1. Ihr braucht eine neue IP im LAN und 2. Ihr braucht einen anderen DNS Server. Ich verweise darauf das nicht jeder DNS Server grundsätzlich für alles funktioniert.

1.1 Windows
In Windows ist das Umgehen der Sperre im LAN sehr einfach. Da dies so ist – werden hier für die breite der User Infos gegeben die Vorraussetzung für die Kapitel MAC OSX und Linux sein werden.
(Erklärung gilt für Windows 7,8 und 8.1). Zuerst öffnet ihr das „Netzwerk und Freigabezentrum“ in der unteren rechten Ecke (Symbol so ein Bildschirm). Dort klickt ihr auf LAN Verbindungen klick – es sollte nun ein Fenster aufploppen das „Status der LAN Verbindung“ heißt. Der nächste klick geht auf Eigenschaften und es dürfte nun wieder ein Fenster aufploppen – hier gibt es 2 Reiter – uns interessiert an dieser Stelle nur der erste „Allgemein“.
In der Standardkonfiguration der Fritz.Box lautet die IP Adresse: 192.168.178.XXX (Die XXX stehen für unbekannte Zahlen von 1-255 – Hier werden von uns Änderungen vorgenommen werden).
Die Standard-Subnetzmaske ist: 255.255.255.0 (Diese wird übernommen!)
Das Standard-Gateway: 192.168.178.1 (Die IP des Routers – muss auch bleiben)
Nun landen wir beim DNS Server der Verändert wird.
Ich werde mich hier beim CCC bedienen. Als DNS Server tragen wir ein „85.214.20.141“ und als Alternativen DNS „213.73.91.35“

Nun habe ich ja bewusst die IP Adresse erstmal rausgenommen aus der „manipulation“ die wir hier betreiben. An dieser Stelle braucht ihr einen Netzwerkscanner. Ich würde unter allen Systemen den „Angry IP Scanner“ empfehlen. Es ist einfach sehr Benutzerfreundlich und Cross Platform Verfügbar. Also wir starten das Programm (als .exe, .jar etc.) und Scannen folgenden Bereich: 192.168.178.2 >>->> 192.168.178.255
Die Liste die nun erstellt wird enthält alle IP-Adressen die im Netzwerk verwendet werden. Wir brauchen eine Freie – nicht verwendete IP Adresse. Sucht euch eine F R E I E aus. Falls ihr das überlesen haben solltet werdet ihr Probleme bekommen.

Nun wird alles bestätigt – und fertig. Im Normalfall solltet ihr nun wieder Internet haben. Einige Programme reagieren manchmal Allergisch auf die Umstellung und Firewalls/Antivierensoftware auch auf die Verwendete Software. Nein ich schiebe keine Trojaner unter – alles ist „sicher“. Wenn Software nicht richtig funktioniert (Hatte das beim Minecraft-Mod-Packet Feed-the-Beast hilft meist ein Neustart des Systems oder eine Neuinstallation der Software – im Zweifel beides.

1.2 MAC OSX
Gilt für Lion, Mountain Lion und Mavericks.
Ihr öffnet die Systemeinstellungen (Entweder im Finder oder oben rechts über die SuFu). Als nächstes klickt ihr auf Netzwerk umd die Netzwerkeinstellungen zu öffnen. Ihr findet dort eine Verbindung „Ethernet“ mit 2 Pfeilen die etwa <—> so aussehen. Einmal anklicken um die Verbindung auszuwählen. Ihr werden Standardmässig DHCP ausgewählt haben – ändert dies bitte im Drop-Down Menü auf „Manuell“. Zur Erklärung das Gateway heißt hier Router und die Teilnetzmaske ist Subnetzmaske
In der Standardkonfiguration der Fritz.Box lautet die IP Adresse: 192.168.178.XXX (Die XXX stehen für unbekannte Zahlen von 1-255 – Hier werden von uns Änderungen vorgenommen werden).
Die Standard-Subnetzmaske ist: 255.255.255.0 (Diese wird übernommen!)
Das Standard-Gateway: 192.168.178.1 (Die IP des Routers – muss auch bleiben)

Um zum DNS Server zu gelangen klicken wir auf „Weitere Optionen“ und wählen Dort den Reiter DNS aus. Hier seht ihr nun 2 Tabellen – interessant ist die Linke für uns. Wir klicken unter dieser auf + und geben die Adressen ein:
Ich werde mich hier beim CCC bedienen. Als DNS Server tragen wir ein „85.214.20.141“ und als Alternativen DNS (nochmal auf + klicken) 213.73.91.35″.

Nun habe ich ja bewusst die IP Adresse erstmal rausgenommen aus der „manipulation“ die wir hier betreiben. An dieser Stelle braucht ihr einen Netzwerkscanner. Ich würde unter allen Systemen den „Angry IP Scanner“ empfehlen. Es ist einfach sehr Benutzerfreundlich und Cross Platform Verfügbar. Also wir starten das Programm (als .exe, .jar etc.) und Scannen folgenden Bereich: 192.168.178.2 >>->> 192.168.178.255
Die Liste die nun erstellt wird enthält alle IP-Adressen die im Netzwerk verwendet werden. Wir brauchen eine Freie – nicht verwendete IP Adresse. Sucht euch eine F R E I E aus. Falls ihr das überlesen haben solltet werdet ihr Probleme bekommen.

Nun bestätigen wir mit OK und danach mit Anwenden (ggf. Password eingeben) alles schliessen und es sollte funktionieren.

1.3 LINUX

Wenn Ihr ein Linux System wie Ubuntu nutzt, scannt mit NMAP euer Netzwerk und arbeitet euch in die Konfiguration eures Netzwerkmanagers. (Ich werde es bewusst nicht für Ubuntu erläutern, da ich davon ausgehe – wer Ubuntu nutzt für den sollte das hier keine Hürde sein und die Erklärung voran ausreichend sein. Der Network-Manager in der Version 1.2 ist sehr mächtig.)

2.0 WLAN

Nun zum komplexeren Punkt. Die Kindersicherung greift auch für ausgewählte Geräte im WLAN. Hierbei ist jedoch nicht nur die IP Adresse sonder auch die MAC Adresse des Gerätes entscheidend. Es wird die im Punkt LAN verwendete Software auch als Grundlage für WLAN genutzt. Zuerst möchte ich die Funktionsweise hier erläutern. Ich gehe von der „Scharf“ gestellten Fritz.Box aus – die nur bestimmte Geräte überhaupt ins WLAN lässt. Also nur bekannte Geräte. Die umgehung der Sperre via. WLAN funktioniert ausschlieslich nur dann wenn noch andere WLAN-Geräte im Netzwerk sind. Trotzdem funktioniert das was ab nun gemacht wird auch für die nicht „Scharf“ gestellte Version. Also ihr seid Gerät „Laptop Kind“<- Computername und habt eine MAC Adresse AA:BB:CC:11:22:33 und der IP Adresse 192.168.178.42 diese ist so aufgebaut und einmalig. Der Admin eurer FritzBox hat in den Einstellungen die MAC Adresse eures Computers(bzw. eurer Netzwerkkarte) Freigegeben. Wenn ihr euch ins WLAN einwählt erhaltet ihr eine Feste IP. In meinem Beispielfall steht in eurem Wohnzimmer ein Onkyo-Internetradio mit der Beispielhaften MAC Adresse 8c:fa:X3:a2:2X:X1. Da Mama und Papa gerne Internetradio hören ist diese Natürlich von der Kindersicherung ausgenommen dennoch als WLAN Gerät durch die MAC Adresse registriert. Der Reciever erhält die Feste IP 192.168.178.22.
Frage: Wie komme ich jetzt an der Sperre vorbei?
Antwort: Ihr müsst der Reciever werden – Ihr müsst wie der Reciever denken…ok klingt doof.
Unabhängig von eurem System wird jetzt wieder ein Netzwerkscan durchgeführt. Diesesmal interessieren uns die Treffer. Ihr dürftet jetzt einige Gerätenamen dort sehen – die wenn ihr Glück habt auch gut benannt sind. Ihr seht dort z.b. euren Laptop der z.B. Laptop Kind.local heißt und den Onkyo-Reciever.local und ihr seht die beiden MAC sowie IP Adressen.
Und mit etwas mehr Glück findet ihr in eurem Netzwerk noch weitere Geräte. Fernseher, Telefone, Handys, Steckdosen, Glühlampen es gibt ja mittlerweile tausende Dinge. Und jetzt nehmt ihr Oldschool Stift und Papier und notiert euch alle MAC-Adressen, Gerätenamen und IP Adressen. Der Zettel ist euer Schlüssel zur Freiheit
Ich werde an dieser Stelle auf eine Problematik hinweisen. Es kann in einem Netzwerk keine 2 Geräte mit der selben IP Adresse geben. Und wenn der Router 2 Anfragen von 2 Geräten der selben MAC Adresse bekommt fliegt eins Raus da die IP neu vergeben wird. Falls ihr keine WLAN Geräte habt die ihr Kopieren könnt – habt ihr evtl. die Möglichkeit irgendwo eine LAN-Buchse zu nutzen?(ACHTUNG NUR FÜR FORTGESCHRITTENE!) Wenn ja: Kauft euch ein Raspberry PI, eine 8GB SD Karte, 1x WLAN USB Antenne (mit Ordentlich Leistung) und ein Micro-USB Ladekabel und natürlich ein LAN Kabel (ggf. noch einen SD Card Reader) und baut euch einen Access-Point. Hierbei verbindet ihr euch über das Bereitgestellte WLAN in euer LAN und über den Router ins Netz. Das Pi müsst ihr nur irgendwo verstecken. GIbt ja auch noch D-LAN – seid Kreativ – feel free. Kann euch ja nicht alles vorkauen.

Gut etwas abgeschweift – aber zurück: Wir müssen also eine MAC Adresse Kopieren um an die feste IP zu kommen.

2.1 Windows

Da zu diesem Thema echt schon viel geschrieben wurde – nutze ich einfach einen Verweis: http://gedankenausbruch.de/mac-adres…etriebssystem/
Besser kann ich es auch nicht erklären
Als MAC Adresse wird dann eine der Adressen genommen die wir in der Einleitung besorgt haben.

2.2 MAC OS X

Wir haben uns ja bereits die MAC Adressen besorgt wie im Einleitungsteil zu WLAN beschrieben. Bei OSX verhält sich das ändern der MAC Adresse grundlegend anders als unter Windows. Wir benötigen hier das Terminal. (Achtung ihr müsste euer Passwort zur Hand haben)
Dort geben wir ein:

sudo ifconfig en1 down
sudo ifconfig en1 lladdr 00:11:22:33:44:55 (Die hier angegebene MAC Adresse ist ein Beispiel!!!)
sudo ifconfig en1 up

Falls diese Fehlermeldung kommt: ifconfig: ioctl (SIOCAIFADDR): Device power is off (Keine Panik)

Einfach: sudo ifconfig en1 up eingeben und danach sudo ifconfig en1 lladdr 00:11:22:33:44:55 dann sollte es funktionieren.

2.3 Linux

Die Befehlsfolge unter OSX sollte identisch mit der unter Linux sein. Einfach so nutzen.

3.0 Verschleierung

Da ihr euch ja mit dem Router verbindet und eine Fritz.Box die Eigenschaft hat alle Aktiven Geräte zu listen und auch zu loggen wer sich einwählt, können findige Personen auslesen wann wer im Netz war. Da dies ja im Zweifel unerwünscht ist – müssen wir uns „tarnen“. Den Scanner kennen wir ja und wir haben ja auch brav und artig den Zettel mit den Gerätenamen,MAC-Adressen, IP Adressen etc. zur Hand oder? Nicht? Müsst ihr halt nochmal scannen.

3.1 Windows

Hier ändern wir nun den Computernamen der dann im Netzwerk angezeigt wird. Doppelte Namen sind in der Regel kein Problem. Hierzu öffnen wir die Systemsteuerung (wie das geht spare ich mir hier einfach mal). Dort angekommen ändern wir die Anzeige (im oberen rechten Rand der weißen Fläche unter Symbole) auf „kleine Symbole“ und wählen dort auf „System und Wartung“ –> „System“ aus. In diesem Reiter wählen wir dann unter Einstellungen für Computernamen, Domäne und Arbeitsgruppe auf Einstellungen ändern. Weiter geht es mit dem Klicken auf „Computername“ und Ändern. Ändert nun euren Computernamen in ein Gerät aus der Liste. Es muss nicht das selbe sein wie bei der MAC Adresse kann es aber.

3.2 MAC OS X

Öffnet die Systemsteuerung – dort klickt ihr auf „Freigabe“ und ändert in der oberen Zeile den Gerätenamen. Fertig.

Getestet auf eine Fritz.Box 7390

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Erst den Trend verschlafen…

Als der Chef der ProSiebenSat1 Gruppe Ebeling im Februar noch sagte: „Netflix hat Deutschland nicht im Sturm erobert“ haben viele noch geschmunzelt. Die Aussage zeugte von akuter Realitätsverweigerung. Sie sollte die Rolle von Netflix und Amazon Prime runterspielen. Das Maxdome als Tochter der Gruppe jedoch auch Streaming anbietet aber keinen großen Erfolg hat, wird bewusst verschwiegen.
Jetzt droht Amazon Prime die erste Kartellbeschwerde für das Streaming Angebot.
Erst den Trend verpennen und dann alles Wegklagen. Typisch für die deutsche Medienlandschaft. Es lässt sich quer durch alle Branchen beobachten. Rufe nach dem „Europäischen Google“ oder dem „Deutschen Internet“ sind ja auch noch nicht so alt.
Innovationen – NEIN DANKE.

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Gedanken

Achtet auf eure Umwelt.

Es mag jetzt überspitzt und bösartig klingen und ja es ist schwarzer Humor:
Wo früher Krankheiten, Hunger, Seuchen und wilde Tiere die „Schwachen“ aussortiert haben, dafür haben wir heute den ÖPNV. Wenn man jetzt wirklich auf die Idee kommt, Ampeln in den Boden einzulassen, damit Smartphone Nutzer (und hey ich renne auch mit dem Ding vor der Nase rum – ohne das ich so einen Scheiß brauche) an Haltestellen der KVB wissen wann sie stehen bleiben müssen. Es tut mir echt leid aber wer seine Außenwelt nicht mehr wahrnimmt, weil er in ein 4-7″ großes Display starrt der hat halt Pech gehabt. Und ja die traumatisierten Fahrer und Fahrgäste sind sicher ein Argument, eine solche „Funktion“ einzurichten. Aber ganz ehrlich – so viel Verstand sollte man dem Menschen noch zutrauen.

Worum es geht? Darum.

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Gedanken Politik

Deutschland.

‪#‎Deutschland‬ Land der Dichter und Denker, Schriftsteller, Ingenieure, Komponisten, Reformisten. Angesehen in der Welt für wirtschaftliche und geistige Leistungen. Und dann…. Kommen die selbsternannten Abendlandretter, die kaum in der Lage sind 2 Sätze zu sprechen. Wie die 2 Hools von Dynamo Dresden am HBF in Essen gestern „Scheiß Kanacken eh – überall eh“. Oder es kommen die Höckes, Gaulands, Petrys oder von Storchs – die eine akademische Bildung und sogar eine Promotion haben und dennoch nur von Dummheit und Ignoranz, von Hass und Machtgier ihrer Ideologie getrieben sind.
Die Mütter und Väter dieses Landes haben uns einige große Vermächtnisse hinterlassen, einige Gesellschaftliche die uns heute noch prägen aber auch Dinge die so abgrundtief böse und schlecht sind, dass sie ihresgleichen in der Geschichte suchen.
Zu den positiven wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Leistungen, ohne einen freien Geist und einen weiten Blick, auch in die Fremde, wäre nichts davon möglich gewesen.

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Gedanken

Die Sache mit Köln

Die Sache mit Köln

Skandal der einer ist. Der keiner ist.

Das Netz tobt und der braune Mob so heftig wie lange nicht mehr.
“Da seht ihr ja was ihr von denen habt” oder “Endlich abschieben” ist der Tenor vieler selbsternannter Abendlandretter und Pegidisten. Sicherlich, die Polizei war unterrepräsentiert, es gab grobe Fehler in der Polizeiarbeit. Am Ende traf es den Polizeichef Albers, der die Verantwortung tragen musste.

Es gibt keine, aber auch wirklich keine Entschuldigung für das Verhalten derer, die sich in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof versammelt haben um Frauen zu erniedrigen und zu bestehlen.
Es verlangt jetzt nach der vollen Härte der Justiz, sicherlich, das steht außer Frage.

Doch seien wir mal ehrlich. Sexismus jeglicher Art ob verbal oder physisch ist ein Problem, mit dem unsere Gesellschaft selbst noch nicht abgeschlossen hat. An Karneval, beim Oktoberfest, in der Disco, an der Bar. Viele Männer halten Frauen für Objekte, die nur der eigenen Befriedigung dienen und eigentlich stehts wollen. Sie wollen Ihre vermeintliche Macht mit Gewalt und Worten demonstrieren.

Wenn wir an diesem Punkt einen Konsens haben, können wir weiter machen. Wenn nicht, fragt mal eure oder eine Freundin ob Sie dies kennt — die Antwort dürfte klar sein. Leider muss ich zu oft in meinem Freundes und Bekanntenkreis von solchen Situationen lesen.

An dieser Stelle werden wir einen Zeitsprung machen: Bonn, Donnerstag, den 15. Mai 1997, die 175. Sitzung des Bundestages.
Auf der Tagesordnung steht der Punkt 8:
Tagesordnungspunkt 8: Zweite und dritte Beratung des von den Abgeordneten Ulla Schmidt (Aachen), Irmingard Schewe-Gerigk und weiteren Abgeordneten eingebrachten Entwurfs eines … Strafrechtsänderungsgesetzes — §§177 bis 179 StGB (… StrÄndG) (Drucksachen 13/7324, 13/7663). Es spricht Ulla Schmidt:

Ulla Schmidt (Aachen) (SPD): Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich weiß, daß es nach der Debatte, die wir eben geführt haben, schwierig ist: Trotzdem glaube ich, daß es dem Thema angemessen wäre, wenn wir uns noch eine Stunde Zeit nehmen könnten, um über ein Gesetz zu beraten, das seit fast drei Jahrzehnten hier im Deutschen Bundestag behandelt wird und, wie ich hoffe, heute zu einem guten Abschluß kommt.

(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Wir waren uns damals und sind uns wohl auch heute darüber einig: Nicht alle Widerwärtigkeiten im Leben — vom Zusammenleben kann bei dem Thema Vergewaltigung in der Ehe letztendlich nicht die Rede sein — können durch den Gesetzgeber aus der Welt geschafft werden. Wir sind uns mehrheitlich auch darüber einig, daß wir mit den Mitteln des Strafrechts dennoch deutlich machen müssen, was gesellschaftlich akzeptiert bzw. nicht akzeptiert wird. Die Frauen in unserem Land werden heute mit gro- ßer Aufmerksamkeit die Abstimmung im Deutschen Bundestag verfolgen. Sie werden anerkennen, daß heute selbstbewußte Frauen und mutige Männer ohne Wenn und Aber eines deutlich machen: Vergewaltigte Ehefrauen werden ohne gesetzliche Einschränkung geschützt.
(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der F.D.P. und der PDS)

Das hat Folgen für die Opfer, die Täter und die ganze Gesellschaft. Wir alle kennen die Untersuchungsergebnisse des niedersächsischen Kriminologischen Forschungsinstitutes. Danach ist die Gefahr, vom eigenen Lebensgefährten vergewaltigt zu werden, drei- bis viermal so hoch wie die Gefahr, einem Fremdtäter in die Hände zu fa llen. Frauen, für die die Gefahr zur Realität geworden ist, denken und fühlen das gleiche. Sie schämen sich. Sie haben Angst vor der Reaktion ihrer Umwelt. Sie können sich die Hand reichen, egal in welchem Land sie leben, egal welcher Gesellschaftsschicht sie angehören, egal wie alt sie sind.
Auch die Männer sind in ihrem Handeln identisch. Sie wollen die Frauen erniedrigen und sich ihrer Männlichkeit vergewissern. Viel zu viele Männer wissen, daß das Schweigen der Frauen ihr bester Schutz ist. Dieses Schweigen ist auch einer der Gründe, warum es immer noch Männer und Frauen gibt, die sich nicht vorstellen können, daß sich solche Gewalt hinter den gut verschlossenen Wohnungstüren abspielt. Shakespeare hatte recht, als er sagte — ich zitiere:
Es gibt mehr Dinge im Himmel und auf Erden, als eure Schulweisheit sich träumen läßt.
Deshalb hilft kein Ignorieren und kein ungläubiges Kopfschütteln. In Deutschland wird jede siebte Frau in ihrem Leben einmal vergewaltigt; in den meisten Fällen war der Täter der Ehemann. Es wird also höchste Zeit, daß wir Ehefrauen schützen, und das ohne Einschränkung. Unser aller Ziel muß sein, klarzustellen, daß mit dem Gang zum Standesamt kein wie immer gearteter rechtsfreier Raum entsteht.

Die Ehefrauen müssen mit der uneingeschränkten rechtlichen Unterstützung rechnen und die Täter mit dem Strafrecht. Für mich ist es ein großer Unterschied, ob ein gewalttätiger Ehemann sich mit dem Schutz der Widerspruchsklausel nahezu gestärkt fühlen kann oder ob das öffentliche Rechtsbewußtsein ihm deutlich macht, daß Sexualität und Liebe nichts mit sexualisierter Gewalt zu tun haben. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir haben im Deutschen Bundestag lange darüber diskutiert, für viele, insbesondere für die betroffenen Frauen, viel zu lange. Aber dennoch: Ich hoffe sehr, daß sich der lange Weg und die vielen Umwege gelohnt haben und nun zu einem guten Ergebnis führen. Wenn wir heute mit einem breiten Konsens die Gleichstellung der Strafbarkeit der Vergewaltigung in und außerhalb der Ehe beschließen, dann ist dieser Deutsche Bundestag seiner politischen Aufgabe gerecht geworden.

Soweit so gut. Es folgen ein Beitrag von Horst Eylmann (CDU/CSU), Irmingard Schewe-Gerigk (B90), Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (F.D.P.) und Christina Schenk (PDS) sowie einiger weiterer Abgeordneter aus allen Fraktionen (HIER nachzulesen, einfach die Drucksache suchen). Man geht also davon aus, der Deutsche Bundestag dürfte nur mit Menschen besetzt sein, für die Vergewaltigung in der Ehe ein absolutes NoGo ist. Weit gefehlt, der Anteil an Chauvinisten die das Motto “Wenn sie Nein sagt, ziert sie sich nur” vertreten ist erschreckend hoch. Und da der Bundestag ja die Bevölkerung vertritt, ist davon auszugehen — das dies in der Bevölkerung (und nicht nur am Stammtisch) auch in Teilen so gesehen wird.
Endgültiges Ergebnis:
Abgegebene Stimmen: 643
davon:
ja: 470
nein: 138
enthalten: 35

Nein: CDU/CSU Brigitte Baumeister Meinrad Belle Dr. Joseph-Theodor Blank Dr. Norbert Blüm Dr. Wolfgang Bötsch Klaus Brähmig Rudolf Braun (Auerbach) Georg Brunnhuber Manfred Carstens (Emstek) Hubert Deittert Albert Deß Wilhelm Dietzel Hansjürgen Doss Maria Eichhorn Wolfgang Engelmann Heinz Dieter Eßmann Anke Eymer Klaus Francke (Hamburg) Dr. Gerhard Friedrich Hans-Joachim Fuchtel Norbert Geis Dr. Reinhard Göhner Dr. Wolfgang Götzer Joachim Gres Kurt-Dieter Grill Wolfgang Gröbl Manfred Grund Carl-Detlev Freiherr von Hammerstein Gottfried Haschke (Großhennersdorf) Gerda Hasselfeldt Otto Hauser (Esslingen) Hansgeorg Hauser (Rednitzhembach) Klaus-Jürgen Hedrich Helmut Heiderich Detlef Helling Ernst Hinsken Josef Hollerith Dr. Karl-Heinz Hornhues Siegfried Hornung Joachim Hörster Georg Janovsky Helmut Jawurek Dr. Dionys Jobst Dr.-Ing. Rainer Jork Bartholomäus Kalb Volker Kauder Hans-Ulrich Köhler (Hainspitz) Manfred Kolbe Rudolf Kraus Wolfgang Krause (Dessau) Reiner Krziskewitz Dr. Hermann Kues Dr. Karl A. Lamers (Heidelberg) Helmut Lamp Dr. Paul Laufs Karl-Josef Laumann Dr. Klaus W. Lippold (Offenbach) Heinrich Lummer Dr. Michael Luther Erwin Marschewski Dr. Martin Mayer (Siegertsbrunn) Dr. Michael Meister Friedrich Merz Elmar Müller (Kirchheim) Engelbert Nelle Bernd Neumann (Bremen) Friedhelm Ost Eduard Oswald Dr. Peter Paziorek Angelika Pfeiffer Dr. Gero Pfennig Dr. Winfried Pinger Dr. Hermann Pohler Dr. Bernd Protzner Dieter Pützhofen Hans Raidel Dr. Peter Ramsauer Peter Rauen Otto Regenspurger Klaus Dieter Reichardt (Mannheim) Hans-Peter Repnik Roland Richter Roland Richwien Dr. Erich Riedl (München) Klaus Riegert Franz Romer Hannelore Rönsch (Wiesbaden) Dr. Klaus Rose KurtJ. Rossmanith Adolf Roth (Gießen) Dr. Christian Ruck Roland Sauer (Stuttgart) Hartmut Schauerte Karl-Heinz Scherhag Gerhard Scheu NorbertSchindler Dietmar Schlee Bernd Schmidbauer Christian Schmidt (Fürth) Hans-Otto Schmiedeberg Hans Peter Schmitz (Baesweiler) Michael von Schmude Wolfgang Schulhoff Dr. Dieter Schulte (Schwäbisch Gmünd) Clemens Schwalbe Wilhelm Josef Sebastian Horst Seehofer Heinz-Georg Seiffert Johannes Selle Jürgen Sikora Johannes Singhammer Wolfgang Steiger Erika Steinbach Dr. Wolfgang Freiherr von Stetten Dr. Gerhard Stoltenberg Max Straubinger Matthäus Strebl Michael Stübgen Egon Susset Michael Teiser Dr. Klaus-Dieter Uelhoff Gunnar Uldall Dr. Theodor Waigel Dr. Jürgen Warnke Hans-Otto Wilhelm (Mainz) Dr. Fritz Wittmann Dagmar Wöhrl Peter Kurt Würzbach Wolfgang Zeitlmann Benno Zierer Wolfgang Zöller

F.D.P. Hildebrecht Braun (Augsburg) Dr. Karlheinz Guttmacher Dr. Burkhard Hirsch Roland Kohn Uwe Lühr Günther Friedrich Nolting Dr. Rainer Ortleb

Enthalten CDU/CSU Jürgen Augustinowitz Hans-Dirk Bierling Renate Blank Paul Breuer Klaus Bühler (Bruchsal) Werner Dörflinger Susanne Jaffke Dr. Egon Jüttner Herbert Lattmann Eduard Lintner Dr. Manfred Lischewski Rudolf Meinl Hans-Wilhelm Pesch Ulrich Petzold Rolf Rau Dr. Norbert Rieder Dr.-Ing. Joachim Schmidt (Halsbrücke) Gerhard Schulz (Leipzig) Margarete Späte Andreas Storm Alois Graf von Waldburg-Zeil Gert Willner

F.D.P. Jörg van Essen Dr. Olaf Feldmann Paul K. Friedhoff Horst Friedrich Dr. Wolfgang Gerhardt Joachim Günther (Plauen) Ulrich Irmer Dr.-Ing. Karl-Hans Laermann Dr. Otto Graf Lambsdorff Helmut Schäfer (Mainz) Dr. Hermann Otto Sohns Carl-Ludwig Thiele Dr. Guido Westerwelle

(Ich habe mir mal die Freiheit genommen einige besonders interessante Namen hervorzuheben)

Halten wir an dieser Stelle kurz fest — 173 Abgeordnete des Bundestages hielten es vor 19 Jahren nicht für wichtig, die Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe zu stellen. Ein Teil dieser Mitmenschen schreit jetzt laut auf wenn es um die Gewalttaten von Köln geht. Es wird vor Parallelgesellschaften gewarnt und die Rechte der Frau und auch die Rechte Homosexueller werden ins Feld geführt um gegen Flüchtlinge und Migranten zu wettern, noch bevor überhaupt klar ist wer Täter ist.
Die selben Menschen die das Wort “Gleichstellung” nur mit größter Qual über die Lippen bekommen, sind nun in vorderster Front dabei. Selbst bei PEGIDA und der Pro Bewegung finden jetzt Redebeiträge ihren Platz die von Gleichberechtigung von Mann und Frau und von der Gewalt gegen Homosexuelle handeln. Hauptsache man hat ein Feindbild.

Der Focus bringt nun ein Cover mit einer halbnackten Frau die von schwarzen Handabdrücken gezeichnet ist. Mehr Stereotyp geht nicht. Und das eigentliche Problem, die traurige Normalität von Sexismus und Homophobie gerät weiter in den Hintergrund.

Am Kölner Hauptbahnhof standen gestern Flüchtlinge die Angst hatten. Angst davor, dafür verantwortlich gemacht zu werden, was am Silvesterabend geschehen ist. Sie hielten Schilder hoch “#NotInMyName” — das sollte sich Gesellschaft mal auf die Stirn schreiben — und nicht nur dann laut schreien wenn was passiert. Egal wann und egal wo.