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Freut euch nicht zu früh!

Gemeinsam mit Ed Rockefeller
Gerade wurde bekannt, die Veranstaltung der Kölner Studierendenzeitung zur NRW-Wahl 2017 musste abgesagt werden. Zur Veranstaltung waren alle Parteien eingeladen, die voraussichtlich 2017 im Landtag von NRW sitzen werden, also SPD, CDU, Grüne, FDP, Linke – und AfD. Das Einladen der AfD scheint jedoch in linken Kreisen einen Tabubruch darzustellen. So besetzten Aktivisten der Antifa-Köln die Bühne der Veranstaltung. Vor diesem Zeitpunkt sah sich der Veranstalter bereits zur Absage genötigt, zuvor gab sich die Studierendenzeitung noch kämpferisch. Dies mag sich zwar zunächst wie ein Triumph für die Antifa in Köln anfühlen, aber man sollte sich nicht zu früh freuen. Hier feiern nur Kleingeister.

Es ist eine seit Jahren zu beobachtende Strategie rechtspopulistischer Gruppierungen, Aufmerksamkeit durch gezielte Grenzübertretungen zu erringen und sich dann als “falsch verstanden” oder “falsch wiedergegeben” hinzustellen. Alles was sich die AfD wünschen kann ist, zu solchen Veranstaltungen demonstrativ ausgeladen zu werden, oder dass solche Veranstaltungen von dritter Seite blockiert werden. Warum?
Die Aufmerksamkeit erhalten Rechtspopulisten nicht primär in Diskussionsrunden, weil sie dank Internet und öffentlichen Protesten von Politik und Medien über ihre Äußerungen schon die Leute erreichen, die sie erreichen wollen. Diskussionsrunden wären im Gegenteil eine Gelegenheit für die anderen Parteien, ihnen direkt mit seriösen Positionen und kritischen Rückfragen zu begegnen. Es ist für Rechtspopulisten also durchaus riskant, sich in inhaltliche Diskussionen zu begeben, zumindest, wenn nicht nur die Profilierungsthemen “Flüchtlingskrise” oder “Erfolg von Trump, Le Pen und Co” zur Debatte stehen, sondern auch Themen, die Menschen in ihrem Alltag bewegen, wie gerechte Löhne, Rente, Umwelt- und Klimaschutz oder Bildung. Dies sind die Themen, in denen die “etablierten” Parteien ihre Kerngebiete haben und sich mit Inhalten gegenüber der AfD profilieren könnten.
Was passiert nun, wenn man die AfD aus einer breit aufgestellten Wahlkampfdiskussion auslädt oder diese ganz blockiert? Sie erhalten die Aufmerksamkeit, die sie anstreben, müssen sich nicht inhaltlich rechtfertigen und können zudem noch behaupten, mal wieder “falsch verstanden” worden zu sein, bzw. nicht die Gelegenheit gehabt zu haben, es “richtig” zu stellen. Das bringt ihnen genau den Underdog-Bonus, der es ihnen ermöglicht, die selbst empfundenen “Underdogs” der Gesellschaft anzusprechen und auf ihre Seite zu ziehen.
Hier ein Beispiel aus der aktuellen Diskussion


Der Post ist nur als Zitat eingebunden

Gleichzeitig spielt eine solche Blockade von Links der AfD auch Ideologisch in die Hände. Die AfD nutzt solche Aktionen dazu, sich als Opfer der “etablierten Parteien” mit ihrer “SA-Antifa”[sic!] darzustellen. Eine solche Aktion ist für die AfD ein Geschenk, sie kann es für sich verbuchen. Es bestärkt ihre Wähler in ihrem Mikrokosmos AfD, was diese Partei ständig über “Political correctness” erzählt scheint in deren Wahrnehmung wahr zu sein.
Allenfalls kann die Kölner Antifa hier einen Pyrrhussieg gegen die AfD für sich verbuchen. Sie tut der Demokratie keinen Gefallen. Sie bekämpft junge Journalistinnen und Journalisten die durchaus in der Lage sind die AfD mit Fragen außerhalb der Innen und Flüchtlingspolitik zu traktieren und verhindert in einem Rutsch auch die Diskussion der anderen Parteien mit den Studierenden der Universität.

“Noch so ein Sieg und wir sind Verloren”

Pyrrhos I. 279 v.Chr.

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        Dezember 12, 2016       
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        A freshwater stingray from south-america (brazil) via 500px http://ift.tt/2hFoU5d
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        Dezember 12, 2016       
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        My new Tank &#8211; at the 3rd day after. It is a bit foggy inside, but this will go over in a few day. In three weeks the new fish move in. Mein neues Aquarium
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Gedanken Politik

Von einem Menschen

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Gedanken Netz Netzpolitik Politik

Dieses Social Media und die SPD

Ihr wisst, ich habe Anfang des Jahres mit zwei guten Freunden die Agentur Fuchs und Biber gegründet. Man könnte also behaupten, ich beschäftige mich doch etwas mit Kommunikation, grade in den sozialen Netzwerken.
Nun bin ich aber auch SPD-Mitglied und netzpolitisch aktiv und möchte an dieser Stelle grade mal meinen Kummer über die Art sprechen wie Social Media von vielen SPD-Gliederungen verstanden wird, was man aus meiner Sicht verbessern muss, überhaupt machen muss und verstehen sollte.

  1. Social Media ist kein klassisches Marketinginstrument.
    Bedeutet: Ihr verkauft da nix, auch nicht eure Parteibücher. Versteht Social Media als Möglichkeit unverbindlich mit Bürger*innen in Kontakt zu kommen. Wer darauf hört was die Leute sagen und fragen, kann darauf reagieren. Wer das nicht tut, gibt der Konkurrenz die Chance, dass zu tun. Übrigens gilt das auch für Wahlkampfstände (Offline) – wer da mit dem Rücken zum Bürger im Kreis steht signalisiert desinteresse.
  2. Social Media lebt vom zuhören. Damit meine ich nicht nur auf eurer Seite, geht in die Facebookgruppen eurer Gemeinde, eures Veedels, eures Stadt- oder Landkreises und lest was dort gepostet wird. Reagiert nicht dort direkt darauf, sondern lest einfach und reagiert dann mit einem ausgereiften Konzept auf eurer Seite – dieses Posting gehört dann in diese Gruppen geteilt.
  3. Think twice before move. Denkt bitte nach bevor ihr etwas postet und verbreitet. Andere angreifen ist z.B. eine doofe Idee, auch wenn die die Haue verdient haben. Ist das was ihr schreiben wollt auch für jeden direkt verständlich (auch der erstmal keine Ahnung vom Detailwissen hat?)
  4. Fragt euch immer: Was hat der Nutzer von diesem Posting? Wenn es keinen Mehrwert hat könnt ihr es euch schenken.
  5. Geschwindigkeit und Relevanz. Wenn Ihr etwas habt, dass wichtig ist, dann bereitet einen guten Post vor und teilt ihn – sonst machen es die anderen.
  6. Gutes Stichwort – die Anderen. Wenn die einen Shitstorm abbekommen könnt ihr euch doppelt freuen – ihr habt was zu lachen und zu lernen. Schaut euch an warum der entstanden ist und macht bitte nicht den selben Fehler!
  7. Gebt den Nutzern eine Bühne – fragt nach was sie bewegt und reagiert dann ausführlich darauf. Viele Dinge kann man auch gut bei einem Kaffee besprechen. 
  8. Spam – Bitte nicht noch ein Post. 1-2 Posts am Tag sind ausreichend. Sammelt also nicht von Montag bis Samstag alles um Sonntag jede Stunde was zu posten.
  9. Gebt euch nur so, wie ihr seid. Verstellt euch nicht, das merken die Leute.
  10. Gemeinsam. Wenn ihr euren Content verbreitet, dann können alle mit Facebook-Account auch Teilen. Das dauert maximal eine Minute und danach könnt ihr wieder süße kleine Kätzchen gucken.
  11. Guckt euch mal eure Statistiken an und passt eure Postings an. Wenn ihr da Hilfe braucht, fragt uns 😉 
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Gedanken Politik

Probleme die es zu lösen gilt

Mathias Richel hat vor einigen Wochen bereits einige Probleme der SPD aufgelistet. Seit dem hat sich einiges verändert. Um einer Sache vorwegzugreifen, es ist nicht besser geworden.

Stand heute, 27.11.16 weiß die Bevölkerung immer noch nicht, wer für die SPD ins Rennen ums Kanzleramt geht. Stattdessen werden ab jetzt viele Namen in den Ring geworfen und der SPD Parteivorstand ist der Meinung, das Volk könne bis Ende Januar warten. Die Basisdemokratie die Sigmar Gabriel die letzten Jahren propagiert hat, speziell in Form der Urwahl eines Kanzlerkandidaten, sind damit wohl hinfällig.

Stand heute, 27.11.16 ist das Vertrauen in die SPD durch einen Bericht des Magazins Frontal21 erschüttert worden, das Rentenprogramm von Andrea Nahles wird zerrissen und der einzige Lichtblick scheint die neue Mindesthaftstrafe für Einbrecher zu sein, die der Justizminister auf die Agenda gesetzt hatte. Abgesehen davon, dass man diesen Bericht als Inhaltlich schlecht aufbereitet bezeichnen muss, setzt sich der normale Bürger damit kaum auseinander.

Stand heute, 27.11.16 hat die SPD immer noch keine Themen, mit denen sie in die Bundestagswahl 2017 starten möchte. Es gibt auch keine Stimmen aus der zweiten Reihe, die Ideen in den Raum stellen. Dem werde ich an dieser Stelle einmal vorweggreifen:

  • Reform des Föderalismus im Bildungsbereich. Statt 16(!!!) verschiedener Bildungssysteme wird ein einheitliches Bildungssystem eingeführt. Die Leitung wird von einer unabhängigen Expertenkommission (ähnlich der Kommission für den Mindestlohn) übernommen. Es wird bis zur nächsten Bundestagswahl ein Konzept erarbeitet, wie eine moderne Schullandschaft für Deutschland aussehen muss. Die skandinavischen Länder sollen als Vorbild dienen.
  • Einführung einer Mindestrente von 1000€ für alle Bürger*innen in Deutschland, nach österreichischem Vorbild. Die Altersarmut ist ein Problem – dies gilt es zu bekämpfen. Egal ob im Osten oder im Westen. Gleichzeitig wird von allen Menschen in die Sozialsysteme eingezahlt. Es kann nicht sein, dass einige ihre Vorteile aus der Gemeinschaft ziehen aber nicht bereit sind auf etwas für die Gemeinschaft zu zahlen.
  • Die SPD setzt sich weiterhin massiv für die Bekämpfung von Steuerflucht ein. Auch wird die SPD sich für eine Vermögenssteuer einsetzten.
  • Unternehmen, die Boni an Manager ausschütten und gleichzeitig tausende Stellen abbauen müssen mit einer Sonderabgabe rechnen. Diese wird in die Sozialkassen überführt. Wer Millionen an Bonuszahlungen ausschütten kann, der kann auch Arbeitsplätze erhalten.
  • Die SPD wird Leih- und Zeitarbeit schärfer regulieren, moderner Menschenhandel ist Unwürdig. Das System, zum abfangen von Auftragsspitzen hat in seiner jetzigen Form versagt und gehört reformiert.

 

Ja diese Forderungen sind in Teilen purer Populismus. Ohne Visionen brauchen wir 2017 nicht mehr antreten. Hätte die SPD in über 150 Jahren immer so agiert wie heute, wäre sie nie so alt geworden. Die Partei hat früher Dinge gefordert die damals als unmöglich galten – sie sollte es heute auch tun und sich daran machen diese Dinge zu schaffen.