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Die Wahl haben

Die Wahl haben

Endlich kommt etwas Bewegung in die Kandidatenfrage bei der SPD. Sigmar Gabriel galt bis vor kurzem als gesetzter Kandiat der Sozialdemokraten für das Rennen um das Kanzleramt. Heute Morgen um 9:45Uhr kündigte Martin Schulz an, auf Listenplatz 1 der NRW SPD für den Bundestag zu kandidieren.

Gegen Gabriel spricht seine Unberechenbarkeit und seine Ausbrüche, die schwierig zu verkaufen sind. Auch als Vorsitzender ist er umstritten, seine Wahlergebnisse waren nicht berauschend und die Partei täte sich schwer, geschlossen hinter ihm zu stehen. Martin Schulz ist anders, er hat der SPD bei der letzten Europawahl ein Plus von 6,5% zur vorherigen Wahl beschert, er ist europaweit geachtet für seine klare Sprache. Kurz nachdem bekannt wurde, dass Schulz für den Bundestag kandidiert wurde die hetzte gegen ihn eröffnet – im Fokus seine überwundene Alkoholsucht. Dabei ist gerade dies eine der vielen Stärken dieses Politikers. Er ist willensstark und bodenständig, nie wurden ihm Eskapaden nachgesagt. Er führte das Europäische Parlament und die große S&D Fraktion. Er ist damit erfahren und auch international bewandert. Mehr noch als Gabriel und in wichtigerer Funktion. 
Schulz weiß was es bedeutet von ganz unten zu kommen, als Buchhändler lernte er Bescheidenheit, als Bürgermeister in einer kleinen Gemeinde lernte er das politische Handwerk an der Basis – beim Wähler – mit wenigen Mitteln. 

Schulz scheut nicht die Themen Armut und soziale Gerechtigkeit anzusprechen – so, dass ihn jeder versteht. Er kämpfte bereits im Europaparlament gegen Steuerflucht und war stets ein Kämpfer gegen Nationalismus und Rassismus. 

Mit seiner Bekanntgabe sprach er auch, dass er vorhabe auf Listenplatz 1 des mächtigen NRW Landesverbandes zu kandidieren. Dieser wird ihm nur zu gerne den Rücken stärken.

Sollte sich Schulz dazu entscheiden, für die SPD ins Rennen ums Kanzleramt einzusteigen, wäre die von Gabriel gewünschte Urwahl gesetzt. Eine Wahl, die er gegen Martin Schulz nur verlieren kann. Dies würde der SPD gut zu Gesicht stehen und ihr endlich eine Chance auf die Kanzlerschaft geben. Auch die Basis würde dann endlich „die Wahl haben“. 

 

Update: Und so macht man es nicht.

 

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PhilGabriel

Hey, ich bin Phil – 26 Jahre alt, studiere Online-Redakteur an der TH Köln und blogge hier zu verschiedenen Themen aus Gesellschaft und Politik, sowie Fotografie und digitalem Zeug. Ein munteres Sammelsurium.

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