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Vom Sturm im Wasserglas

Vom Sturm im Wasserglas

Dieser Beitrag ist keine Rechtfertigung, für ein Vorgehen, welches zumindest einen kleinen Beigeschmack hat. Es soll allerdings zum Nachdenken über Berichterstattung, Wahrheiten und Transparenz anregen.

Kennen sie den Spruch „Wenn man nichts Gutes über jemanden sagen kann, sollte man lieber schweigen“? Der ist abgeleitet vom lateinischen Spruch „De mortui nil nisi bene“. Wenn das allgemeingültig wäre, müßten fast alle Boulevardjournalisten schweigend durch die Welt laufen …

Wolfgang J. Reus
(1959 – 2006), deutscher Journalist, Satiriker, Aphoristiker und Lyriker

Das Nachrichtenmagazin Frontal21 deckte auf, dass eine Tochtergesellschaft des SPD-Verlags „Vorwärts“, treffen mit SPD-Politikern und Ministern organisiert. Dabei wurde eine Szene nachgestellt, bei der Justizminister Maas mit einer Funktionärin einer Firma beim Essen sitzt und bedient wird. Ein schönes Bild, vom korrupten Politiker wird gezeichnet, welches von der Realität leider sehr weit abweicht. Gleichzeitig verletzen die Journalisten von Frontal21 fast schon mutwillig den Pressekodex (Ziffer 9 & 11). 
Denn solche Gespräche finden in dieser Form nicht statt, sie sind den Gedanken eines übereifrigen Redakteurs entsprungen. Sie bedienen die Stereotypen, die von AfD oder Pegida geschürt werden. Dieses Vorgehen ist schädlich für die Demokratie, es ist ein Schlag ins Gesicht für alle jene die in unterschiedlichen Funktionen in der Politik engagiert sind. Diese Form der Berichterstattung schädigt das Ansehen und die Ehre vielen tausender Menschen die für dieses Land engagiert arbeiten, oft weit über der Belastungsgrenze.

Die sogenannten „Vorwärts-Gespräche“ sind Veranstaltungen, die von der Tochtergesellschaft gegen eine Gebühr (von 3500-7000€) organisiert werden. Diese dienen dazu, Politiker mit Menschen, Vereinen, Initiativen, NGO´s etc. etc. zusammenzubringen. Dazu nutzt die Tochtergesellschaft das breite Netzwerk der SPD.
Dabei erhalten die Politiker kein Geld.

Ja solche Gespräche haben einen fiesen Beigeschmack, es riecht nach „Klüngel“ und wir müssen nicht darüber reden, dass mehr Transparenz der SPD sicherlich gut zu Gesicht stehen würde. Gleichzeitig muss ich aber von seriösen Medien erwarten, dass sie eine korrekte Darstellung der Vorgänge veröffentlichen. Eine reißerische Darstellung, die die Ehre eines Politikers verletzt ist mir zu bieder. Sie ist mir zu billig. Ich lehne sie ab.

Und wie sich die SPD die Kritik an diesen Gesprächen gefallen lassen muss, muss sich das Nachrichtenmagazin Frontal21 gefallen lassen, dass sowohl Recherche, Darstellung und nicht Richtigstellung bestimmter Faktoren nicht den journalistischen Standards entsprechen, die ich von einem öffentlich-rechtlichen Medium erwarte. 

So erwarte ich von den Journalisten eine Klarstellung, eine Richtigstellung der Dinge, die vorgegangen sind. Ich erwarte das Maß an Transparenz, welches man an die SPD und Ihre Minister anlegt auch von denen, die solche Beiträge veröffentlichen.  

Ja es ist reißerisch was ich hier blogge – es ist genau so reißerisch wie der Beitrag der Kollegen von Frontal 21.

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PhilGabriel

Hey, ich bin Phil – 26 Jahre alt, studiere Online-Redakteur an der TH Köln und blogge hier zu verschiedenen Themen aus Gesellschaft und Politik, sowie Fotografie und digitalem Zeug. Ein munteres Sammelsurium.

There are 2 comments on this post
  1. Eberhard
    November 23, 2016, 3:50 pm

    Wichtig ist vor allem dieser eine Satz: „Dabei erhalten die Politiker kein Geld.“

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